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Selbstporträt

Mein Name ist Priscilla Sarah Candida Haage und ich möchte hier gerne einen kleinen Einblick in meine Geschichte schenken. Diese Reise führte mich durch zahlreiche Herausforderungen.
Geboren 1988, mit deutsch-ghanaischen Wurzeln, verbrachte ich meine Kindheit in Waldkraiburg, einer Kleinstadt in Bayern. Schon früh in meinem Leben sah ich mich mit emotionalen Belastungen konfrontiert, die mich zwangen, mich den Schwierigkeiten des Lebens bereits in jungen Jahren zu stellen.


Eines der bedeutsamsten Kapitel in meiner Geschichte war der mutige Schritt vor 12 Jahren, nach Berlin zu ziehen.
 

Diese Entscheidung veränderte mein Leben grundlegend. Obwohl es nicht einfach war, wusste ich, dass ich nicht länger nur überleben, sondern wirklich leben wollte. In der pulsierenden Energie Berlins fand ich neue Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung und begann meinen Recovery-Weg. 


Während meiner Reise durch das Hilfssystem durchlief ich viele verschiedene Stationen. Dabei erfuhr ich unterschiedliche Formen der Therapie und Unterstützung in meinem Genesungsprozess. Diese vielfältigen Erfahrungen prägten mich und formten mich zu der Person, die ich heute bin.


Im Jahr 2017 absolvierte ich erfolgreich die Qualifizierung zur EX-IN Genesungsbegleiterin/Erfahrungsexpertin.

 

EX-IN“ steht für „Experienced Involvement“ oder auch „Einbezug von Erfahrenen/Erfahrungswissen im Gesundheitswesen“. Es handelt sich um eine Methode der Partizipation und Einbindung von Menschen, die eigene Erfahrungen mit psychischen Herausforderungen gemacht haben, in die Gesundheitsversorgung und -förderung.

Diese besondere Art der Qualifizierung und Begleitung ergänzt, unterstützt und erweitert traditionelle therapeutische Ansätze, da sie unter anderem den Schwerpunkt auf die Stärken und Ressourcen des Einzelnen legt und Selbstbestimmung sowie Eigenverantwortung fördert.

 

Die EX-IN Genesungsbegleitung hat sich als wirksame Methode erwiesen, um Menschen mit psychischen Herausforderungen bei ihrer Genesung und in ihrem Wohlbefinden zu unterstützen und ihnen Hoffnung auf eine positive Zukunft zu schenken.

 

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen bin ich in der Lage, Verständnis und Unterstützung auf eine tiefgehende und empathische Weise anzubieten.

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Vom Anfang bis heute: Vita und beruflicher Werdegang im sozialpsychiatrischen Kontext

Mit meinen ersten Erfahrungen im sozialen Bereich als Übungsleiterin bei Tandem BQG begann meine Tätigkeit in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Einschränkungen bezüglich ihrer Freizeitgestaltung.

 

Seit April 2017 bin ich ausgebildete EX-IN Genesungsbegleiterin.

Meine Berufung zur Begleitung und Unterstützung von Menschen führte mich zur Organisatorin einer Selbsthilfegruppe für Doppeldiagnosen. Auf meiner beruflichen Agenda habe ich als Genesungsbegleiterin stationär an der „Evaluierung von Genesungsbegleitern“ auf einer geschützten Station teilgenommen, im Rahmen der PACT-Studie. Als Co-Leiterin war ich an einer ambulanten, tagesklinischen und einer stationären DBT-Skillsgruppe beteiligt.

Zusätzlich konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, indem ich eine Selbstfürsorgemalgruppe stationär im Frühinterventionstherapiezentrum für Jugendliche leitete. Mein Engagement erstreckte sich auch auf die Arbeit in einer Kontakt- und Beratungsstelle (KBS), in der ich eine Malgruppe und den offenen Treff mitgestaltet habe.

Seit November 2019 widmete ich mich nebenher dem Aufbau meines Ateliers. Seit 2022 bin ich zertifizierte Resilienztrainerin. 

​Ich war als Genesungsbegleiterin im www.souloffice-berlin.de tätig, einem unterstützenden Arbeitsplatzangebot im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dort konnten Arbeitnehmende in einem begleiteten Setting arbeiten und wurden durch Genesungsbegleitung sowie psychologische Begleitung bei der Stabilisierung und Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien unterstützt. Außerdem habe ich bei www.kopfhandundfuss.de ein Inklusionsquiz erstellt, das das Bewusstsein für Vielfalt stärken und zur Reflexion anregen soll. Dieses Quiz beinhaltet 15 Fragen, die Vorurteile abbauen und ein tieferes Verständnis für Inklusion fördern sollen. Hast du Lust mitzumachen? Hier geht es zum Quiz

Am 08.07.2024 nahm ich an einer Podiumsdiskussion der Veranstaltung „Die besten Ideen – Gründen in Vielfalt“ teil und teilte meine Erfahrungen. Dabei sprach ich über die Bedeutung von Diversität und Inklusion im Gründungsprozess.

 

Am 12.12.2024 leitete ich in Kooperation mit https://tuechtig-berlin.de/ in Leipzig den Workshop „Nicht immer nur Rosarot – Sensibilisierung zum Thema psychische Erkrankungen“. Als Dozentin und EX-IN-Genesungsbegleiterin vermittelte ich Wissen über psychische Erkrankungen, brachte meine betroffenenbezogene Expertise ein und förderte den Austausch zur Entstigmatisierung sowie zu einem offenen Umgang mit psychischer Gesundheit.

Am 20.03.2025 hielt ich in Berlin einen Vortrag beim Fachtag von Enterability zum Thema „Arbeit & psychische Herausforderungen – DAS GEHT ZUSAMMEN!“. Vor den rund 120 Teilnehmenden – darunter Vertreter:innen vom IFD (Integrationsfachdienst), dem Inklusionsamt, dem Bundesgesundheitsministerium, dem Finanzamt, Psychologie & Betriebsräten berichtete ich als selbstständige Gründerin, Geschäftsführerin und Freiberuflerin über meinen beruflichen Weg, sensibilisierte für die Möglichkeiten selbstständiger Erwerbstätigkeit trotz psychischer Herausforderungen und setzte Impulse für Empowerment, Ressourcenorientierung und Entstigmatisierung. 

Im April, Mai und November 2025 leitete ich mehrere dreitägige Workshops zum Thema „Selbstfürsorge – ein Training für mehr Wohlbefinden“ in der Selbsthilfekontaktstelle Eigeninitiative Treptow-Köpenick in Kooperation mit der AJB. Die Workshops umfassten Skills-, Resilienz- und Selbstfürsorgetraining.

In den vergangenen Jahren, zuletzt im Februar 2026, leitete ich im Rahmen des IFD Selbständigkeit – enterability mehrfache Präsenz-Workshops zum Thema „Ressourcen stärken in der Selbständigkeit – trotz psychischer Herausforderungen“, die auf sehr gute Resonanz stießen. Die Teilnehmenden konnten viel für ihre persönliche Entwicklung mitnehmen. 

Von Januar 2025 bis Juni 2026 habe ich die Weiterbildung zur DBT-Peer-Coachin absolviert. Seit dem 20.06.2026 bin ich zertifizierte DBT-Peer-Coachin.

Für mich sind Supervisionen, Seminare und Weiterbildungen sowie der Austausch mit Kolleg*innen und anderen Genesungsbegleiter*innen in Netzwerkgruppen von essenzieller Bedeutung, da sie meine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung unterstützen.

Kunst Vita

Schon als Kind habe ich mich durch Poesie, Malerei und Zeichnen ausgedrückt. Durch abstrakte Malerei konnte ich vielfältige Erfahrungen sammeln und mich immer weiter verbessern. 

 

Meine Reise als Künstlerin in Berlin begann im Atelier Artacta, einem kreativen Schmelztiegel.

 

Durch meine eigene Erfahrung, dort meine erste Ausstellung zu haben, die Möglichkeit mich und meine innere Welt zu zeigen, ja meiner Sprache Gehör zu verschaffen, machte mir bewusst, wie wichtig es ist, anderen Künstler*innen im Untergrund auch eine Stimme zu geben.

Als Künstlerin erkannte ich die Bedeutung des Abbaus von Barrieren in der Kunstwelt.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstler*innen organisierte ich nun selbst Ausstellungen im Atelier cocon coloré, die dazu dienten, diese Barrieren zu überwinden. Im Community-Art-Atelier lag mein Fokus darauf, dass alle Menschen teilhaben und Ausstellungen organisieren konnten. Unabhängig davon, ob jemand Kunst studiert hatte oder autodidaktisch arbeitete, ging es darum, eine inklusive Umgebung zu schaffen. Hier kamen Menschen zusammen, um zu zeigen, dass Kunst jenseits elitärer Szenen und konventioneller Traditionen existieren kann!

Die immense Resonanz und die zahlreichen Besucher*innen, die jedes Mal die großzügigen 130 Quadratmeter Räumlichkeiten fast zum Platzen brachten, verdeutlichten rasch die Bedeutung und die Wichtigkeit sowie die erstaunlichen Ergebnisse des offenen Raums für Begegnungen und KUNST und welche Wirkung dieser Ort auf die lokale Gemeinschaft hatte.

Das Erlebnis, einem Kunstschaffenden Menschen die Möglichkeit der ersten Ausstellung zu geben, ist für mich von unschätzbarem Wert. Die Freude und der Stolz, ja – die Botschaften, die aus dem Schaffen entsprangen, wurden durch das positive Feedback und den Zuspruch der Besucher noch verstärkt. Der Verkauf von Kunstwerken war nicht nur wirtschaftlicher Erfolg, sondern vor allem ein emotionales Geschenk an die Schaffenden und ein Beitrag zur Vielfalt und Offenheit in der Kunstszene.


Diese Erfahrung wollte ich anderen Künstlern schenken, nicht nur die Präsentation, sondern auch die Möglichkeit, dass ihre Kunst einen Platz im Leben der Menschen findet.

Die Atmosphäre hier während Ausstellungen war stets warm und einladend. Die Menschen lernten sich kennen, es entstand eine Art Netzwerk, und die Offenheit des Raums führte zu erstaunlichen Verbindungen. Diese Dynamik, begleitet von Musikern und Sängern, die ihre eigene Bühne bekamen, schuf nicht nur eine Vernissage, sondern eine umfassende kulturelle Erfahrung. Die Menschen kamen nicht nur, um Kunst zu betrachten, sondern auch, um Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein. Die Energie und Atmosphäre waren geprägt von Offenheit, Gemeinschaftsgefühl und einer einzigartigen künstlerischen Synergie.

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